Startseite > Leistungen > Therapien > Lerntherapie

Lerntherapie

«Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.»
(Antoine de Saint-Exupéry
)

Die Lerntherapie schafft Raum, in welchem Neugier geweckt und Wissensdurst gestillt wird. Die Lernenden können Neues ausprobieren und dürfen Fehler machen. Sie packen Schwieriges an, denken über das Lernen nach, lösen Probleme und freuen sich über eigene Erfolge.

Was ist Lerntherapie?

Der Mensch lernt – lebenslang und individuell. Die Persönlichkeit prägt das Lernen und das Lernen beeinflusst wiederum die Persönlichkeit.

Lerntherapie kann eine sinnvolle Unterstützung sein, wenn

  • beim Lernen Schwierigkeiten auftreten
  • die Lernenden mehr aus ihrem Potential machen möchten
  • die Lernenden sich neue Lernstrategien und Lerntechniken aneignen wollen

Was leistet Lerntherapie?

  • hilft, die Lernfähigkeit weiterzuentwickeln und dadurch Lernschwierigkeiten zu überwinden
  • unterstützt die Lernenden ganzheitlich, persönlichkeits-, ressourcen- und lösungsorientiert 
  • bietet Hilfe zur Selbsthilfe
  • stärkt das Selbstvertrauen

Für wen eignet sich Lerntherapie?

Lerntherapie eignet sich grundsätzlich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die besser und effizienter lernen wollen.

Für Schulkinder

  • wenn die Hausaufgaben Familienstress auslösen
  • wenn der Leistungsdruck mutlos macht
  • wenn der Basisstoff, zum Beispiel das Einmaleins, noch nicht sitzt oder noch nicht automatisiert ist
  • wenn gewisse Themen wie zum Beispiel  die Uhrzeit oder das Dezimalsystem noch nicht verstanden sind
  • wenn das Lesen und Schreiben Mühe bereiten
  • wenn das Lernen für Prüfungen anstrengend und zeitraubend ist
  • wenn Versagensängste Kopfweh, Bauchweh oder Schlafprobleme auslösen
  • wenn das schulische Umfeld schwierig ist

Für Jugendliche und junge Erwachsene

  • wenn die Lehrabschlussprüfung Stress auslöst
  • aus Unsicherheit, wie das Lernen auf eine Semesterprüfung oder für den Bachelor oder Master geplant werden kann
  • wenn trotz vielem Lernen schlechte Noten resultieren
  • bei Prüfungsängsten oder -blockaden
  • bei mangelnder Lernmotivation
  • wenn das Vertrauen in die eigenen Lernfähigkeiten geschwunden ist
  • wenn einem der Lernstoff über den Kopf wächst
  • wenn das Lernen immer wieder hinausgeschoben wird 
  • wenn an den eigenen Zielen gezweifelt wird

Für Erwachsene 

  • für das Erlernen oder Auffrischen effizienter Lernstrategien 
  • für das Integrieren des Lernens in den beruflichen und privaten Alltag
  • zum Strukturieren des Lernstoffs und Planen der Lernzeiten
  • als Unterstützung und Begleitung der Aus- und Weiterbildung
  • zum Überwinden früher negativer Lernerfahrungen
  • zur Vorbereitung auf Abschlussprüfungen
  • bei Prüfungsängsten oder Motivationsschwierigkeiten

Für Erwachsene bieten wir eine individuelle lerntherapeutische Begleitung, eine Lernberatung oder ein Lerncoaching an. Wir besprechen gemeinsam die hemmenden Faktoren und finden Ideen und Lösungen für ein erfolgreiches Lernen in der aktuellen Situation. So wird das Lernen Schritt für Schritt optimiert.

Lerntherapie unterstützt und fördert Menschen, die Lösungen suchen und Fragen zu folgenden Themenbereichen haben:

  • Lernblockaden
  • Teilleistungsschwächen, z.B. Rechenschwäche (Dyskalkulie) und Lese- und Rechtschreibschwäche (LRS/Legasthenie)
  • Prüfungsstress und Prüfungsängste
  • Konzentrationsschwierigkeiten und mangelnde Aufmerksamkeit
  • Motivationsprobleme
  • Leistungsdruck, Über- und Unterforderung
  • Planungs- und Organisationsschwierigkeiten, unproduktive Lernzeit
  • Wahrnehmungsschwierigkeiten
  • geringer Selbstwert

 

Kosten

Die Eltern oder die Klienten selbst tragen die Kosten der Lerntherapie.

Fachkräfte Lerntherapie

 

Hintergrundinformationen

Einbezug von Pädagogik und Therapie

Die Persönlichkeit der Lernenden und ihr Lernverhalten stehen im Zentrum der Lerntherapie. Wir Lerntherapeutinnen und -therapeuten betrachten das Lernen im Zusammenspiel mit der Persönlichkeit der Lernenden. Für unsere Arbeit benützen wir Elemente aus der Pädagogik und Sonderpädagogik, aus der Lernpsycholgie, Psycho- und Verhaltenstherapie sowie aus der systemischen Familientherapie.

Die Lerntherapie ist auf einem vierstufigen Handlungskonzept aufgebaut.

Stufe I: Lerntechnik, Lernorganisation, Lernmethoden, Lernstoff aufarbeiten, Wahrnehmungstraining, grundlegende Denk- und Lernprozesse, kognitive Förderung. mehr ⇒ Kognitive Förderung nach Feuerstein
Ziel: Verbesserung der Handlungs- und Lernkompetenz
(Stufe I verwendet Elemente aus der Pädagogik und Sonderpädagogik)

Stufe II: Selbstwahrnehmung, Gefühle und Denkweisen beim Lernen. Die Lerntherapeutinnen oder -therapeuten spiegeln ihre Beobachtungen, damit die Lernenden angeregt werden, sich aus der Metaebene zu betrachten, d.h. sich selbst über die Schulter zu schauen.
Ziel: Verbesserung der Selbst- und Handlungskompetenz
(Stufe II: Das ist die typische und eigenständige Stufe der Lerntherapie)

Stufe III: Innere Lernbedingungen, z.B. Ängste und Blockaden, Persönlichkeitsarbeit, Entwicklung der Identität, die Lernperson an sich steht im Zentrum.
Ziel: Verminderung der Lernschwierigkeiten oder Lernblockaden, die dem Inneren der Person entspringen, Erweiterung der emotionalen Kompetenz
(Stufe III: bezieht Elemente aus der Psychotherapie mit ein)

Stufe IV: Beziehungssystem, soziales Umfeld, Rollenverhalten in Klasse und Familie.
Ziel: Verminderung von belastenden Faktoren im Beziehungsnetz, Ausschöpfen von Beziehungsressourcen, Erweiterung der sozialen Kompetenz
(Sufe IV: integriert Elemente aus der systemischen Therapie)

Im Laufe des Lebens kann das Lernen Probleme aufwerfen: Lernende erbringen nicht mehr die ihren Möglichkeiten entsprechenden Lernleistungen oder geraten in eine Lernkrise.  Durch das vierstufige Handlungskonzept der Lerntherapie wird es möglich, die Klienten dort abzuholen, wo sie sich befinden, mit ihren Schwierigkeiten, Blockaden, Ängsten, aber auch mit ihren Talenten und Fähigkeiten.

Wie funktioniert Lerntherapie?

Die Lerntherapie wird individuell auf die Bedürfnisse und Fragestellungen der Lernenden abgestimmt. Die Lernenden und gegebenenfalls ihre Eltern bestimmen die Ziele. Der Lerntherapeut oder die Lerntherapeutin begleitet die Lernenden auf ihrem persönlichen Weg zum gesetzten Ziel. Wichtig dabei ist der Aufbau einer tragfähigen, wertschätzenden und vertrauensvollen Beziehung zwischen den Lernenden und der Lerntherapeutin oder dem Lerntherapeuten.

Erstgespräch

In einem ersten Gespräch werden die Bedürfnisse und Ziele des Klienten erfasst und die ersten Schritte besprochen.

Lerntherapeutische Förderung

Darauf aufbauend werden je nach Thema und Zielsetzung einzelne Themenbereiche vertieft. Dies sind zum Beispiel die Erfassung des Lernstandes und der Lernsituation, die Überprüfung des Arbeitsverhaltens und der aktuell angewendeten Lernstrategien wie auch das sachte Aufspüren von Lernwiderständen oder Lernblockaden.

Die anschliessende individuelle Förderung basiert auf den Beobachtungen des Lerntherapeuten oder der Lerntherapeutin, den Gesprächen und den Tests.

Standortgespäche finden regelmässig statt, je nach Situation in kürzeren oder längeren Abständen. Sie dienen dazu, den Lernprozess zu überprüfen und die nächsten Schritte und Teilziele festzulegen.

Eine Zusammenarbeit mit den Bezugspersonen in der Schule erfolgt mit dem Einverständnis der Eltern und ist oft hilfreich und förderlich.

Abschluss

Die Lerntherapie wird abgeschlossen, wenn eine positive Veränderung und Entwicklung stattgefunden hat:

  • angemessene Fortschritte im Lernen
  • Erreichen von Lernzielen oder markante Annäherung
  • positive Veränderung der Lernmotivation
  • Kenntnis der eigenen Lernfähigkeiten und Erfahrung, wie sie optimal eingesetzt werden
  • gestärktes Selbstvertrauen in Bezug auf das selbstständige Lernen und in seine eigenen Fähigkeiten
  • sich wohlfühlen am Lernort

Zeitlicher Rahmen

Den zeitlichen Rahmen besprechen wir mit den Eltern und den Lernenden. Je nach Themen variiert er stark. Bei Jugendlichen beispielsweise bewährt es sich, erst einmal drei bis fünf Termine zu vereinbaren. In dieser Zeit zeigen sich schon erste Erfolge und auf dieser Basis kann dann über eine weitere Zusammenarbeit neu entschieden werden. Wir arbeiten nach dem Motto „So kurz wie möglich und so lange wie nötig“.

In der Regel finden die Termine wöchentlich statt. Auch grössere Abstände zwischen den Terminen sind möglich und können Sinn machen.