Angst haben alle ein wenig. Ist es nur ein wenig?

Was sind Ängste und Phobien?

Angst vor der Schule? Angst davor, einen Vortrag zu halten? Angst vor einer Prüfung? Angst vor Hunden, Spinnen, Nadeln?  Angst im Kontakt mit anderen Personen? 

Symptome 

Starke, unbegründete Ängste bei Kindern und Jugendlichen werden als eine Angststörung diagnostiziert. Diese Ängste treten immer wieder auf, oft auch in Situationen, in welchen es von aussen gesehen keinen klaren Grund für diese Angst gibt. Eine starke Angst äussert sich häufig in Form einer Panikattacke. In einer solchen Situation treten meistens körperliche Symptome wie Unruhe, Schweissausbrüche, Herzrasen oder Atemnot auf. Oft können bei Angststörungen auch zusätzlich Essstörungen oder Schlafstörungen beobachtet werden. Gerade bei jüngeren Kindern sind die Anzeichen von Angst nicht immer direkt ersichtlich. Jüngere Kinder sind häufig weinerlich, anhänglich oder reizbar. Ältere Kinder sind häufiger irritiert, unkonzentriert, trauen sich nicht, neue Dinge auszuprobieren oder haben unrealistische Gedanken darüber, was alles Schlimmes passieren könnte.

Phobie

Die Phobie bildet eine spezifische Form der Angststörung. Dabei hat die Person eine grosse Angst vor etwas (z.B. Spinne, Schule, Höhe), das in der Realität nicht (besonders) gefährlich ist. Ähnlich wie bei der Angststörung tritt beispielsweise Herzrasen, Atemnot oder Zittern auf. Aus diesem Grund vermeiden betroffene Personen Situationen, die eine Phobie auslösen. Dieses Verhalten verstärkt und generalisiert die Phobie.

Häufigkeit bei Kindern und Jugendlichen

Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen sind weit verbreitet. Bei Kindern sind ca. 10 % von einer Angststörung betroffen und bei Jugendlichen ca. 20 %. Häufig ist auch noch eine weitere Störung (z.B. ADHS) vorhanden.

Ursachen

Die Ursache einer Angst ist oft einem Objekt, einer Aktivität oder einer Situation zuzuschreiben. Zusätzlich beeinflussen die Situation psychische Faktoren wie Trauma, Mobbing, Persönlichkeitszüge (z.B. Neurotizismus), Angst vor Angstsymptomen, belastende Situationen (z. B. Armut, Erkrankung Elternteil, Konflikt Eltern, Umzug, Arbeitslosigkeit).

Häufig behandelte Ängste in der Lernpraxis

Prüfungsangst

Eine prominente Angst im Bereich Lernschwierigkeiten ist die Prüfungsangst. Auslöser für eine Angst können eine hohe Leistungsanforderungen der Schule, der Eltern oder des Kindes/Jugendlichen an sich selbst sein. Bereits das Lernen auf Prüfungen kann Angst auslösen und während ihnen können Panikattacken auftreten. In einigen Fällen tritt bei Kindern Erinnerungsverlust auf: Einerseits können sie den gelernten Schulstoff nicht mehr aus dem Gedächtnis abrufen (“Blackout”), andererseit können sie sich nach der Prüfung nicht mehr an die Prüfungssituation erinnern.

Soziale Phobie / Vortragsangst 

Eine weitere häufige Angst im Bereich Lernschwierigkeiten ist die Vortragsangst und die Angst davor, vor anderen Personen stehen zu müssen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Ähnlich wie bei der Prüfungsangst verstärken die Leistungsanforderungen die Symptome und es kann zu Panikattacken und Blackouts kommen. Die soziale Phobie führt weiter dazu, dass Situationen des sozialen Kontakts vermehrt vermieden werden.

Trennungsangst/ Heimweh 

Besonders bei jüngeren Kindern können Trennungsängste auftreten, bei denen das Kind Angst hat, sich von den Eltern zu trennen und zur Schule zu gehen. Das Kind hat in der Schule Heimweh, was sich auch durch psychosomatische Beschwerden wie Bauchschmerzen äussern kann. Heimweh kann auch immer wieder in Klassenlagern auftreten. 

Schulangst

Im Lernbereich kann auch eine Schulangst auftreten. In diesem Fall hat das Kind / der Jugendliche Angst davor, in die Schule zu gehen und vermeidet sie, wann immer möglich. Dies kann so weit gehen, dass das Kind die Schule gänzlich verweigert.

Angst vor Hunden oder anderen Tieren

Eine weitere Angst bildet die Angst vor Tieren wie Hunde oder Spinnen. Dabei zeigen Kinder starke Angst, wenn sie in die Nähe solcher Tiere geraten. Nähe bedeutet je nach Ausprägung den aktiven Kontakt mit z.B. einem Hund oder bereits den Anblick eines Hundebildes.

Folgen und Therapie

Folgen 

Die Folgen einer nicht behandelten Angst können sehr vielfältig sein und langfristig einen negativen Effekt auf die Lebensqualität haben.

Reduziertes psychisches Wohlbefinden
Die Angst führt dazu, dass das Kind / der Jugendliche sich schlecht fühlt. Zusätzlich grübelt er immer stärker darüber nach, was alles Schlimmes passieren könnte. Dadurch verstärkt sich die Angst immer mehr und das psychische Wohlbefinden sinkt. Die Selbstwirksamkeit wird dadurch vermindert. Die Angst generalisiert sich und “befällt” verwandte Bereiche.

Vermeidung von angstauslösenden Situationen, Objekten oder Aktivitäten
Das Kind / der Jugendliche vermeidet aus seiner Sicht potentiell gefährliche Situationen. Dadurch nimmt es immer weniger am gesellschaftlichen Leben teil. Als Folge ist das Kind weniger integriert, zieht sich möglicherweise zurück oder denkt, etwas sei falsch mit ihm. 

Eingeschränkte schulische und berufliche Laufbahn
Besonders eine Angst im schulischen Setting kann zu einer verminderten Leistungsfähigkeit in der Schule führen. In diesem Fall kann das Kind seine potentielle Leistungsfähigkeit nicht ausschöpfen. Dadurch wird eine schulische Laufbahn gewählt, die unter seinem Niveau liegt. Dies zieht sich nicht selten bis ins Erwachsenenalter weiter, während sich die Symptomeimmer stärker manifestieren. 

Körperliche Beschwerden
Mit der Angststörung einhergehend führen die Symptome zu Schlaf- oder Essstörungen. 

Therapie und Training 

Angststörungen lassen sich relativ gut mit einer Psychotherapie behandeln und ein Erfolg kann oft rasch erreicht werden. Wir sind besonders vertraut mit der Prüfungsangst und helfen im Rahmen einer Kombination von Psychotherapie und Lerncoachings, diese in den Griff zu bekommen oder abzubauen. In der Lernpraxis setzen wir die neuesten wissenschaftlichen Therapiemöglichkeiten individuell mit unseren Klienten in die Praxis um:

  • Analyse der angstauslösenden Situationen oder möglicher Gründe
  • Analyse der Belastungen im Umfeld
  • direkte Konfrontation der Angst
  • Stärkung der eigenen Fähigkeiten und Ressourcen
  • Training Selbstvertrauen
  • Training Selbstwirksamkeit
  • Integration der neuen Fähigkeiten in das soziale Umfeld
  • bei Prüfungsangst: Verbesserung Lernstil- und Lernplanung, Reduzierung der Belastungen im Umfeld, direkter Umgang mit der Angst 

Terminanfrage

Haben Sie das Gefühl, dass Sie oder Ihr Kind professionelle Hilfe benötigen? Gerne dürfen sie uns unverbindlich kontaktieren. Die Anfrage bis und mit telefonischem Vorgespräch mit einer Fachperson ist für Sie kostenlos. Bei Fragen dürfen Sie uns selbstverständlich anrufen (044 213 10 10) oder eine E-Mail senden (kontakt@lernpraxis.ch).

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Unsere Fachpersonen für Ängste und Phobien

  • Eva Wohlfahrt – Psychotherapeutin
  • Clara Overkott – Psychotherapeutin
  • Andrea Keller – Ergotherapeutin
  • Benjamin Sager – Psychologe
  • Carolin Bestle – Ergotherapeutin
  • Laurine Gosteli – Psychotherapeutin
  • Lilian Valko – Psychotherapeutin
  • Michaela Veigl – Psychotherapeutin
  • Rolf Nyfeler – Fachliche Leitung